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Berlin, 28. April 2021

5. Mai 2021

Pressemitteilung: Antifaschismus ist und bleibt gemeinnützig –starkes Zeichen gegen die Wertung des bayerischen Verfassungsschutzes!

Gestern erreichte uns der Bescheid des Finanzamts für Körperschaften 1, mit dem es unserem Einspruch gegen die Bescheide, mit denen uns die Gemeinnützigkeit für die Jahre 2016 – 2018 aberkannt hat, stattgegeben hat. Die Steuerbescheide für die Jahre 2016 und 2017 sind damit aufgehoben.

Wir sind erleichtert und froh, dass das Finanzamt und die Berliner Finanzverwaltung nach eineinhalbjährigem Verfahren die Wertung des bayerischen Inlandsgeheimdienstes, wir seien  „extremistisch“  als widerlegt betrachten. [1]

Dazu haben wir mehrere Stellungnahmen und wesentliche Dokumente zu den Grundlagen unserer Arbeit vorgelegt, die unser Selbstverständnis als partei- und spektrenübergreifende Organisation, in der es – von Christ*innen, Sozialdemokrat*innen und Grünen über Linke und DKP zu parteilosen Mitgliedern aus unterschiedlichen Zusammenhängen – unterschiedliche Zugänge zum Antifaschismus gibt, darlegen.

Außerdem haben sowohl die beiden Vorsitzenden unserer inzwischen 8.000 Mitglieder zählenden Vereinigung, Cornelia Kerth und Axel Holz, als auch die Ehrenpräsidentin Esther Bejarano eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass es nach ihrer Kenntnis keine

 „von der Vereinigung oder einer verantwortlich für sie handelnden Persönlichkeit“ ausgehende Erklärung darüber gebe, „dass sie ,alle nicht-marxistischen Systeme – also auch die parlamentarische Demokratie – als potentiell faschistisch, zumindest aber als eine Vorstufe zum Faschismus betrachtet, die es zu bekämpfen gilt‘.“– wie es das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz behauptete.

Weiter wird ausgeführt: „Die Vereinigung hat die parlamentarische Demokratie und schlechthin den Gehalt unserer Nachkriegsverfassungen auf Bundes- und Länderebene als eigenständigen Selbstwert (…) verteidigt und dies als eine aus dem antifaschistischen Kampf stammende grundlegende Verpflichtung behandelt, die ein gemeinsames Auftreten von kommunistischen, sozialistischen, christlichen, liberalen und sonstigen demokratischen Antifaschisten legitimiert.“

Es ist ein gutes Gefühl, dass wir in der Auseinandersetzung um unsere Gemeinnützigkeit eine überwältigende Solidarität erleben durften:

– Mehr als 100 Organisationen und Initiativen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen schickten uns Solidaritätsschreiben, die meist als öffentliche Erklärungen oder Schreiben an den Berliner und/oder den Bundesfinanzminister verfasst worden sind.

– Über 2.000 Antifaschist:innen haben diesen Angriff zum Anlass genommen, sich uns als Mitglieder anzuschließen.

– Eine hohe Spendenbereitschaft hat dafür gesorgt, dass wir die zunächst drohende Insolvenz nicht mehr fürchten mussten und unsere Arbeit verstärken können. Allen Spender:innen sagen wir noch einmal herzlichen Dank.

– Viele unserer Mitglieder haben sich mit ihren Kontakten und ihrem Gewicht, mit eigenen Aktionen und guten Vorschlägen eingebracht so dazu beigetragen, dass unsere Petition „Die VVN-BdA muss gemeinnützig bleiben“ von mehr als 50.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Die nun wieder erfolgte Anerkennung unserer Gemeinnützigkeit für die Jahre 2016-2018 ist ein wichtiges Zeichen für alle Antifaschistinnen und Antifaschisten und für alle, die noch weiter um die Anerkennung ihrer Arbeit als gemeinnützig kämpfen müssen.

In diesem Sinne fordern wir weiterhin die Modernisierung des Gemeinnützigkeitsrechts und die Streichung des Paragraphen 51, Absatz 3, Satz 2!

In einer Demokratie dürfen nicht Geheimdienste über die verfassungsmäßige Bandbreite der gesellschaftlichen Debatte entscheiden!

Kontakt:

Hannah Geiger (Pressereferentin VVN-BdA)
presse@vvn-bda.de
Mobil |Mobile +49 (0)178 2785958
Telefon (+49) 030-55579083-4
Telefax (+49) 030-55579083-9


[1] Grundlage für den Entzug der Gemeinnnützigkeit war § 51, Absatz 3, Satz 1 und 2, der Abgabenordnung, wo es heißt:

„Eine Steuervergünstigung setzt zudem voraus, dass die Körperschaft nach ihrer Satzung und bei ihrer tatsächlichen Geschäftsführung keine Bestrebungen im Sinne des § 4 des Bundesverfassungsschutzgesetzes fördert und dem Gedanken der Völkerverständigung nicht zuwiderhandelt. 2Bei Körperschaften, die im Verfassungsschutzbericht des Bundes oder eines Landes als extremistische Organisation aufgeführt sind, ist widerlegbar davon auszugehen, dass die Voraussetzungen des Satzes 1 nicht erfüllt sind.“

Aufruf Kundgebung 1.Mai und 8. Mai 2021

28. April 2021

Beitrag der VVN-BdA auf der Kundgebung am 4.3.2021 in Offenbach

8. März 2021

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Liebe Freundinnen und Freunde,

dass der Faschist Höcke von der Offenbacher AfD in diese Stadt eingeladen wurde, zeigt ihre Übereinstimmung mit diesem rechtsextremistischen Anführer.

Für Höcke ist eine liberale Gesinnung Gift für Deutschland. Er bezeichnet den Liberalismus als Dekadenz, die die »Herrschaft von Nichtdeutschen über Deutsche“ erst möglich mache. „Der Liberalismus hat dem Islam erst den Raum zur Expansion gegeben“, so Höcke in seinem Buch: „Nicht zweimal in denselben Fluss“. 
Damit greift er uns alle an, alle Menschen, die für Demokratie und universelle Menschenrechte und ein respektvolles Zusammenleben aller Nationalitäten eintreten und vor allem die über 60 % Menschen mit Migrationsgeschichte in Offenbach, also die Mehrheit der Offenbacher*innen.
Höckes Ziel ist, die Demokratie durch eine völkisch-nationalistische Diktatur zu ersetzen.

Die phantasierte Bedrohung durch sogenannte kulturfremde Menschen, die Deutschland überfluteten und einen Bevölkerungsaustausch, eine „Umvolkung“ auslösten, findet man im übrigen auch bei der NPD und in der identitären Bewegung und in der militanten Szene (Massenmörder von Christchurch).

Höcke kündigt, sobald die AfD die Macht dazu habe, ein „Remigrationsprogramm“ an. Das heißt Massenabschiebung.
Man werde, so sagt er, „nicht um eine Politik der ‘wohltemperierten Grausamkeit’ herumkommen.” Und: „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen die Deutschen keine halbe Sache“, so droht er in seinem Buch. 

Liebe Freundinnen, liebe Freunde, um das Jubiläum der Menschenrechte zu feiern, haben wir uns am 12. Dezember vor dem Rathaus versammelt und alle vertretenen Organisationen haben gute Gründe und Forderungen vorgebracht, die Menschenrechte in dem Bereich für den sie stehen, umzusetzen und durchzusetzen. 

Wenn die AfD hier in Offenbach mit ihren Anträgen und Pressemitteilungen Stimmung gegen die muslimische Bevölkerungsgruppe macht, indem sie z.B. Schweinefleisch in Schulkantinen und mehr Martinsumzüge fordert, dann beruht das auf den gleichen ideologischen Grundlagen, wie der Höckes: 
so genannte Kulturfremde werden als Verursacher von Ungerechtigkeit dargestellt. 

Höcke gehört aus dem Verkehr gezogen! Seine Reden sind die Anleitung für rassistischen Mord. 

Das bewies sich in Hanau. Der Mörder hatte sich noch einen Tag vor seinem 10fachen Mord in Hanau seine Reden im Internet angehört. 

Die AfD und Höcke greifen Menschenrechte und Grundgesetz an. 

Die Konsequenz ihrer Aussagen heißt Faschismus.

Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Die AfD muss wieder raus aus den Parlamenten!

4. März 2021 – Ein guter Tag für Vielfalt und Solidarität – Ein guter Tag für Offenbach

2. März 2021

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Wir sind mehr – VIEL mehr

BUNT statt braun in Stadt und Kreis Offenbach hatte zur Gegenkundgebung am 4. März gegen den Auftritt von Höcke und Konsorten und für ein buntes, vielfältiges, solidarisches Miteinander in Offenbach aufgerufen.

Schon weit vor Beginn der Kundgebung hatten sich viele Menschen eingefunden und um 13:30 Uhr waren die Berliner Straße und der Büsingpark voll mit Menschen, die Gesicht und Haltung zeigten. 

Eine kleine Gruppe (ca. 50) Unbelehrbarer stand auf dem eingezäunten und durch Polizeikräfte geschützten Platz vor unserem Rathaus. Hier hatte die AfD Offenbach ihre Kundgebung. Am Balkon des Rathauses hängt das Banner der Stadt mit der Aufschrift: „Offenbach steht für Toleranz und Vielfalt.“ Dieses Zeichen der Stadt und die über 1.000 Teilnehmer*innen der Gegenkundgebung haben Höcke gezeigt, dass Faschisten hier keinen Platz haben.

36 Offenbacher Organisationen haben den Aufruf zur Gegenkundgebung unterstützt. An der organisatorischen und inhaltlichen Vorbereitung haben sich zahlreiche Mitglieder dieser Organisationen beteiligt. 

Wieder einmal haben wir erlebt, dass Menschen mit unterschiedlichen Weltanschauungen gemeinsam in großer Einigkeit rassistischen und faschistischen Ideologien entschlossen entgegentreten. 

Auf der Kundgebung von BUNT statt braun sprachen Vertreter*innen der engagierten Offenbacher Organisationen. Felix Schwenke sprach als Oberbürgermeister. Mit ihm waren alle hauptamtlichen Dezernent*innen zur Kundgebung gekommen. Das drückt Anerkennung und Unterstützung unseres großartigen zivilgesellschaftlichen Engagements aus. 

Die Trommelgruppe „Die Welt“ aus Gießen und Christof (Gitarrist und Sänger der Offenbacher Band „Frau Ruth“) unterstützten unsere Veranstaltung mit ihren tollen Beiträgen. 

Die Redner*innen haben verdeutlicht, wie gefährlich die Hass- und Hetzparolen der AfD sind. Insbesondere die faschistischen Aussagen von Leuten wie Höcke tragen dazu bei, dass aus Worten Taten werden. Viele mitgebrachte Schilder der Teilnehmer*innen drückten das aus. „Rassismus tötet“, „AfD hat mit geschossen“, „Hanau war kein Einzelfall“ und ähnliches war dort zu lesen.

Beim Abspielen des Liedes „Wo wart ihr?“ haben die Teilnehmer*innen der Opfer des rassistischen Mordanschlages vom 19. Februar 2020 in Hanau gedacht. Mit „Wo wart ihr? hat der Hanauer Rapper Abdulkerim Sağlam, aka „Aksu“, die Einsatzkräfte gemeint, die am Abend des 19. Februar 2020 in Hanau versagt haben. Im gleichnamigen Song verarbeitet er seine Trauer und Wut. Er verlor seine guten Freunde Said Nesar Hashemi und Sedat Gürbüz. Aksu war gemeinsam mit Freunden und Angehörigen der Opfer aus Hanau zu unserer Kundgebung gekommen. Emotional konnte er an diesem Tag nicht live seinen Song vortragen, doch er hat das Abspielen seines Liedes bei der Technik gestartet und stand bei uns. Piter Minnemann, ein Überlebender des Hanauer Anschlags, hat in seinem Redebeitrag klar gemacht, dass eine lückenlose Aufklärung für die Angehörigen der Opfer und für alle von Rassismus betroffenen Menschen eine unabdingbare Forderung ist.

Als Höcke dann seinen Auftritt hatte, kam es kurzzeitig zu Rangeleien an der Polizeiabsperrung und viele Teilnehmer*innen unserer Kundgebung gingen erst mal in Richtung der AfD-Kundgebung.

Mit lauten Rufen, Getrommel mit Töpfen, Topfdeckeln und allem, was zum Laut sein geeignet ist, haben die Teilnehmer*innen ihrem Ärger und ihrer Wut Luft gemacht.

Auf der Bühne von BUNT statt braun wurden dann weitere Redebeiträge gehalten. Wir hatten eine lange Rednerliste für den Fall, dass die Kundgebung der AfD lange dauern würde. Auf keinen Fall hätten wir unsere Kundgebung beendet, bevor nicht die AfD abgezogen wäre. Etwas länger als Gauland hat Höcke dann doch ausgehalten. Gauland hat 2017 schneller erkannt, dass er bei uns keinen Stich macht und hat die Karten nach 20 Minuten hingeschmissen.

Antifaschistische Gruppen aus Frankfurt haben unseren Protest unterstützt. Sie hatten eine Demonstration durch die Offenbacher Innenstadt angemeldet. Nachdem die AfD eingepackt hat, setzte sich der Demo-Zug mit ca. 400 Teilnehmenden in Bewegung und machte klar, dass die Straßen Offenbachs nicht den Rassisten und Faschisten gehören.

Sehr zufrieden mit dem Ablauf haben wir dann unsere Kundgebung beendet. Wir danken allen, die da waren und auch denen, die wegen der Corona-Lage nicht gekommen sind, aber unsere Arbeit unterstützen.

Die Berichterstattung in den Medien ist sehr unterschiedlich. Ärgerlich bis wütend macht mich, dass einige Medien anstelle von Fotos der bunten Menschenmenge zu ihrem Bericht ein Foto der kurzzeitigen Auseinandersetzungen an der Polizeisperre verwendet haben. Das spiegelt nicht den Ablauf unserer Veranstaltung wieder. Das freut die Rechten. Ich frage mich immer wieder, warum in Berichterstattungen oft so verfahren wird. 

Nochmal was zum schmunzeln: Ich habe meinen Bericht mit dem Rechtschreibprogramm geprüft. Bei AfD meckert es und bietet mir unter anderem „fad“ an. Tja, das Rechtschreibprogramm kann es ja nicht wissen, sie sind NOCH gefährlich.

Eine gelungene Veranstaltung

2. März 2021

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kombinierte Aktion und Information

Am 27. Februar hatten wir einen Info-Stand der VVN-BdA Offenbach und BUNT statt braun auf dem Aliceplatz. Wir haben die Zeitung „Demokratie wählen“ und Flyer mit Informationen zur AfD Offenbach verteilt. Dabei konnten wir viele gute Gespräche führen, natürlich auch ein paar unerfreuliche. Leider lassen sich auch Menschen von der populistischen Propaganda der AfD einfangen, für die nach dem Willen der AfD kein Platz in unserer Gesellschaft sein soll.

Die AfD hatte einen Info-Stand gegenüber der Löwenapotheke. Dort haben ca. 50 junge Antifaschist*innen ihren Protest gegen die AfD deutlich zum Ausdruck gebracht. 

Die AfD hatte wenig Zuspruch. In unseren braunen Sack haben Passanten den AfD-Flyer geworfen, damit wir diese dann dort entsorgen können wo sie hingehören: Auf den Müll.

Nachdem die AfD ihren Stand eingepackt hat, konnten wir relativ zufrieden den Rest des Tages genießen.

Unter https://offenbach.vvn-bda.de/flyer-keine-alternative…/ findet ihr den Flyer zur AfD Offenbach und unter https://demokratie-waehlen.de findet ihr die Beitrage aus der Zeitung „Demokratie wählen“ der VVN-BdA Landesvereinigung Hessen.

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